Brillen, Linsen, Lasern – Der klare Blick

Wenn die Sehschärfe nachlässt oder eine Fehlsichtigkeit besteht, verliert der Mensch damit auch ein Stück Lebensqualität. Bei den ersten Anzeichen ist ein Besuch beim Augenarzt oder Augenoptiker ratsam.

Ein scharfer Blick ist nicht selbstverständlich. Im Alter lässt die Sehstärke oft nach. Viele Menschen greifen zur Brille, zu Kontaktlinsen oder lassen sich lasern.
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Gemeinsam mit den Experten gilt es herauszufinden, welche Hilfsmittel für den Betroffenen sinnvoll sind: Brille, Kontaktlinsen oder eine Augenlaser-Behandlung.

Die Brille Am meisten verbreitet ist als Sehhilfe die Brille. Sie wird heute nicht mehr widerwillig getragen, sondern gilt als modisches Accessoire. Alle namhaften Hersteller bieten dem jeweiligen Trend entsprechend die unterschiedlichsten Modelle an, von dezenten Fassungen, farbenfrohen Wechsel-Brillen bis hin zu den aktuellen Horn- und Holzbrillen, die dem Träger eine intellektuelle Note geben sollen.

Kostspielig an einer Brille als Sehhilfe sind in erster Linie die „geschliffenen Gläser“, erst recht, wenn sie aus Kunststoff oder entspiegelt sein sollen.

Die Krankenkassen sehen eine Fehlsichtigkeit oder Sehschwäche in der Regel nicht als Krankheit an, deshalb ist der Zuschuss begrenzt. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr erhalten auf jeden Fall einen Zuschuss zur Brille, ebenso Menschen mit sehr schlechter Sehfähigkeit. Beide dürfen aber nur eine Sehkraft von dreißig Prozent haben – für beide Augen.

Deshalb sollte man im Vorfeld prüfen, ob sich der Abschluss einer Zusatzversicherung hier lohnt.

Lasern Für einige aber ist die Brille immer noch ein notwendiges, oft störendes Übel. So mancher lässt daher die Sehschwäche durch eine Augenlaserbehandlung beheben. Die Regel ist diese in Deutschland noch nicht. Zum einen gibt es viele Bedenken, zum anderen ist eine solche Behandlung für gesetzlich Versicherte keine Kassenleistung.

„Lasik zählt zur Wunschmedizin und wird von den Kassen nicht übernommen. Das Lasern in Deutschland kostet etwa 4000 Euro für beide Augen“, sagt Susanne Besold, Expertin bei den Ergo Direkt Versicherungen. Dort gibt es deshalb eine Augenzusatzversicherung. Lasertechnik erlaubt maximale Präzision. Am häufigsten durchgeführt werden Lasik,- Lasek- und Femto-Lasik-Verfahren. Die passende Methode hängt von der Art und Ausprägung der Fehlsichtigkeit ab. Auch Altersweitsichtigkeit lässt sich so beheben. Das Femto-Lasik-Verfahren ist das schonendste, aber teuerste und auch für Patienten mit dünner Hornhaut geeignet.

Wer seine Augen lasern lassen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, da das Wachstum des Auges vorher nicht abgeschlossen ist. Eine Augenlaser-OP dauert meist nur wenige Minuten, ist weitgehend schmerzfrei und heilt schnell. Sind Komplikationen auch selten, so birgt doch jeder operative Eingriff ein Risiko. Und gerade eine Operation am Auge kann weitreichende Konsequenzen haben. Deshalb müssen die Risiken sorgfältig abgewogen werden. Vor allem wenn mehrere Augenprobleme gleichzeitig behoben werden sollen.

Risiken Veränderten sich die Augenwerte in den letzten zwei Jahren um mehr als ein bis zwei Dioptrien, sollte man mit einer Laser-OP warten, bis die Werte stagnieren. Auch Patienten mit grauem oder grünem Star sollten die Operation nicht durchführen lassen. Gelasert werden kann nur bei gesunder Hornhaut. Ebenso können Rheuma oder Diabetes den Eingriff ausschließen. Gründliche Voruntersuchungen und Patientengespräche sind Zeichen für eine seriöse Klinik.

Linsen 63 Prozent der über 16-jährigen Bundesbürger sind fehlsichtig. Erfahrungen mit Kontaktlinsen haben nur fünf bis sieben Prozent. Augen zu empfindlich, Handhabung zu kompliziert, Angst vor Hornhautentzündungen oder verlorenen Linsen, so die landläufige Meinung.

„Solche Vorbehalte beruhen heute fast nur auf Vorurteilen“, sagt der Freiburger Augenarzt Christoph Hallermann. Diese Vorbehalte seien jedoch mittlerweile überholt, da auch auf dem Gebiet der „Kontaktologie“ ein permanenter Wandel stattfinde: „Linsenmaterialien mit überragenden Eigenschaften eröffnen heute völlig neue Möglichkeiten bei der Kontaktlinsenversorgung – auch in schwierigen Fällen“, erklärt der Experte.

Experten-Rat

Lasik-OP auch bei Alterssichtigkeit

Gerhard Götzen, Medizinischer Leiter der Auregio Tagesklinik in Düsseldorf

Das A und O einer erfolgreichen Lasik-Operation ist eine ausführliche Voruntersuchung durch den Augenarzt. Nicht jeder Patient ist geeignet und nicht jeder Patient kann auf die gleiche Art operiert werden. Daher sollte eine Lasik-Operation nur nach eingehender Voruntersuchung durch den Augenarzt durchgeführt werden. Unter optimalen Voraussetzungen kann eine Kurzsichtigkeit von -10 Dioptrien und eine Weitsichtigkeit von + 4 Dioptrien sowie eine Hornhautverkrümmung von -4 Dioptrien korrigiert werden. Mit modernen Verfahren ist heutzutage sogar die Alterssichtigkeit behandelbar. Doch auch Patienten, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen oder deren Augenlinse bereits eingetrübt ist, kann mit Hilfe der Implantation von Kunstlinsen ein brillenfreies Leben ermöglicht werden.

Quelle: Rheinische Post vom 23.01.2013