Bis Kontaktlinsen Mitte des vorherigen Jahrhunderts auf den Markt kamen, waren Brillen 700 Jahre lang die einzig praktische Möglichkeit zur Korrektur von Sehfehlern. Seit den letzten 25 Jahren jedoch haben sich die chirurgischen Techniken, Werkzeuge und Verfahren zur Sehkorrektur rasant entwickelt. Heute gibt es eine Reihe an Methoden, bei denen Laser zur Umformung der Augenoberfläche eingesetzt werden, um so eine Sehschwäche auszugleichen.

Man bezeichnet diese Techniken allgemein als Augenlasern und versteht darunter verschiedene lasergestützte chirurgische Verfahren, mit denen sich häufige Sehprobleme, wie Kurz-, Weitsichtigkeit, Astigmatismus (Stabsichtigkeit) und Alterssichtigkeit, korrigieren lassen. Die verschiedenen Sehfehler besprechen wir unter Sehfehler und Sehprobleme. Bei allen diesen refraktiven Laserverfahren zur Augenbehandlung wird die Krümmung der Hornhaut (also die klare Vorderfläche des Auges) durch Laserenergie so verändert, dass die Lichtstrahlen, die in das Auge eindringen, wieder korrekt gebrochen werden.

Die folgenden Artikel geben Ihnen einen Überblick über die gebräuchlichsten Verfahren der Augenbehandlung mit Laser, damit Sie sich besser auf das Gespräch mit Ihrem Augenarzt vorbereiten können, wenn Sie sich für eine Augenoperation per Laser interessieren.

LASIK (Laser-assisted-in-situ-Keratomileusis)

LASIK oder “Laser-assisted in situ Keratomileusis” ist die am häufigsten durchgeführte Laser-Augenoperation zur Behandlung von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus (Stabsichtigkeit). LASIK steht im Allgemeinen für eine Augenlaserbehandlung, die mit einem sogenannten Hornhautlappen, dem Flap, arbeitet. An der geöffneten Stelle wird die Hornhaut mit einem Laser so umgeformt, dass das Licht so auf die Netzhaut fokussiert wird, sodass wieder ein scharfes Bild entsteht.

In den meisten Fällen ist die LASIK Laser-Augenchirurgie schmerzfrei und innerhalb von 15 Minuten für beide Augen abgeschlossen. Die Ergebnisse – verbessertes Sehen ohne Brille oder Kontaktlinsen – sind normalerweise in weniger als 24 Stunden sichtbar.

Vor der LASIK Operation

Da Kontaktlinsen die natürliche Form Ihrer Hornhaut verändern können, sollten Sie vor der Augenuntersuchung und vor dem LASIK-Eingriff eine Zeitlang keine Kontaktlinsen tragen. In der Regel sind das etwa zwei Wochen. Der Arzt wird Ihnen hierzu aber genaue Empfehlungen geben.

In einer Voruntersuchung wird Ihr Augenarzt Ihre allgemeine Gesundheitsgeschichte und alle Medikamente erfragen, die Sie einnehmen, um festzustellen, ob eine LASIK-Operation für Sie geeignet ist. Dann wird der Augenarzt Ihre Augen gründlich untersuchen und vor allem folgende Aspekte bewerten:

  • die Form und Dicke Ihrer Hornhaut
  • Pupillengröße
  • Brechungsfehler (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus)
  • sowie alle anderen Augenerkrankungen

Normalerweise wird er ein Instrument namens Hornhauttopograph verwenden, um die Krümmung der vorderen Augenoberfläche zu messen und eine “Karte” Ihrer Hornhaut zu erstellen.

Der Arzt wird außerdem die Feuchtigkeit Ihrer Augen bewerten und eventuell eine vorbeugende Behandlung empfehlen, um das Risiko von trockenen Augen nach der LASIK zu reduzieren.

Am geeignetsten für die LASIK Chirurgie sind Patienten mit leichter bis mäßiger Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und / oder Astigmatismus und ausreichender Hornhautdicke.

Die eigentliche LASIK-Augen-Operation

Ein Saugring wird an der Vorderseite des Auges angebracht, um Augenbewegungen oder einen Kontaktverlust zu verhindern, der das Operationsergebnis beeinträchtigen könnte. Beim Augenlasern mit der LASIK-Methode wird zunächst die oberste Schicht der Hornhaut kreisrund wie ein kleiner Deckel (Durchmesser etwa 8 bis 9,5 mm und Dicke zwischen 100 und 160 µm) eröffnet. Dieser Hornhautdeckel wird Flap genannt und nicht komplett abgetrennt. Er behält vielmehr eine Verbindung zur restlichen Hornhaut, die als „Scharnier“ dient, damit man ihn zur Seite klappen kann. Bei der LASIK verwendet der Augenchirurg ein mechanisches chirurgisches Gerät, das Mikrokeratom um den Deckel zu erzeugen, bei anderen Verfahren, wie der Femto-LASIK wird auch zum Erzeugen des Flaps ein Laser verwendet.

Der Chirurg faltet diesen Hornhautlappen zur Seite, um die darunterliegenden Hornhautschichten freizulegen. Dann verwendet er einen Computer, um den Laser auf Ihre speziellen Daten einzustellen. Sie werden gebeten, für kurze Zeit in ein Ziellicht zu blicken, während der Arzt Ihr Auge durch ein Mikroskop beobachtet und der Laser Ihre Hornhaut mit Lichtimpulsen einen vorher genau definierten Bereich des Hornhautgewebes bearbeitet. Die Laserlichtpulse formen die Hornhaut schmerzlos um. Sie fühlen vielleicht einen leichten Druck und hören auch ein stetiges Klicken, während der Laser in Betrieb ist.

Die Bearbeitung der Hornhaut geschieht mit einem so genannten Excimer-Laser. Dieser hochspezialisierte Laser verwendet einen kühlen ultravioletten Lichtstrahl, um mikroskopische Gewebemengen von der Hornhaut zu entfernen und diese so umzuformen, dass das Licht wieder korrekt auf die Retina fokussiert wird, und Sie wieder scharf sehen können. Bei kurzsichtigen Menschen wird die Hornhaut leicht abgeflacht, bei weitsichtigen Menschen ist eine steilere Hornhautkrümmung erwünscht. Mit dem Excimer-Laser lässt sich auch Astigmatismus korrigieren, indem die unregelmäßige Hornhaut wieder in die richtige Form geglättet wird.

Nachdem der Laser die Hornhaut umgestaltet hat, wird der Lappen (Flap) wieder an Ort und Stelle gelegt, so dass der Bereich abgedeckt wird, an dem das Hornhautgewebe entfernt wurde. Dann kann die Hornhaut von selbst abheilen. Bei dieser Form der Laser-Augenoperation ist nur eine lokale Betäubung durch Augentropfen nötig und weder Nähte noch Bandagen sind erforderlich.

Nach der LASIK-Augen-Operation

Nach Abschluss Ihrer LASIK-Operation spüren Sie vielleicht ein leichtes Brennen oder Jucken. Nach einer kurzen, postoperativen Untersuchung können Sie nach Hause fahren. (Sie dürfen nicht selbst fahren, bis Ihr Augenarzt Sie am folgenden Tag sieht und bestätigt, dass Sie ohne Brille fahren dürfen.)

Sie sollten unmittelbar nach der Operation mit verschwommener Sicht und Unschärfe rechnen; das sollte sich jedoch schon am nächsten Morgen verbessern. Ihr Sehvermögen wird sich normalerweise innerhalb weniger Tage stabilisieren und weiter verbessern, nur in sehr seltenen Fällen kann das mehrere Wochen oder länger dauern. Bei den meisten Menschen jedoch verbessert sich das Sehen sofort.

Auf was sollten Sie nach der Laser-Augenoperation achten?

Sie können vielleicht am nächsten Tag zur Arbeit gehen, aber viele Ärzte empfehlen stattdessen ein paar Tage Ruhe. Außerdem sollten Sie mindestens eine Woche lang körperlich anstrengenden Tätigkeiten (schweres Heben etc.) vermeiden, die das Auge belasten und die Heilung beeinträchtigen können. Vermeiden Sie es auch, Ihre Augen zu reiben und Wasser oder Seife ins Auge zu bekommen, bis die Hornhautklappe geheilt ist.

Wie bei jeder anderen Operation, sollten Sie immer die Anweisungen Ihres Arztes befolgen und alle verschriebenen Medikamente einnehmen.

Vorteile der LASIK-Augenchirurgie

Die LASIK-Augenchirurgie bietet zahlreiche Vorteile und kann Ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Die meisten Menschen erreichen nach der Operation ihre volle Sehkraft wieder zurück, aber die LASIK-Ergebnisse können auch variieren. Manche Menschen erreichen vielleicht nur 50% Sehkraft oder weniger. In diesem Fall müssen sie auch nach einer Laserkorrektur möglicherweise noch eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, aber der Sehfehler wird deutlich geringer sein als zuvor. In manchen Fällen kann einige Monate nach der primären LASIK-Operation eine zweite LASIK-Operation oder eine “Aufbesserung” notwendig sein, um eine bessere Sehschärfe zu erreichen. Auch wenn Sie über 40 Jahre sind, könnten Sie wegen des normalen altersbedingten Verlustes der Nahsicht auch nach der LASIK noch eine Lesebrille benötigen.

Ein Team von Forschern in den Vereinigten Staaten und in Deutschland analysierte die Ergebnisse von 97 LASIK-Studien, die zwischen 2008 und 2015 veröffentlicht wurden. Hier wurden die Ergebnisse der LASIK-Operationen an fast 68.000 Augen ausgewertet – mit folgendem Ergebnis:

  • 99,5 Prozent der Augen erreichten nach der LASIK eine Sehfähigkeit in der Fernsicht von mehr als 50 Prozent.
  • 98,6 Prozent der Augen lagen innerhalb von +/– 1,0 Dioptrien des Zielwertes.
  • 90,9 Prozent der Augen lagen innerhalb von +/– 0,5 Dioptrien des Ziels.
  • 98,8 Prozent der Patienten gaben an, mit ihren LASIK-Ergebnissen zufrieden zu sein.

Die Ergebnisse demonstrieren die Zufriedenheit der Patienten und unterstützen die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Verfahrens.

Komplikationen bei einer LASIK-Augenbehandlung

Das LASIK-Verfahren weist ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil auf, trotzdem können auch hier Komplikationen auftreten, wie eine Infektion oder nächtliche Blendungen.

Wenn die LASIK für sie weniger geeignet ist, gibt es eine Reihe anderer Sehkorrektur-Operationen, die wir unter andere Augen-Laserbehandlungen beschreiben. Ihr Augenarzt wird Sie beraten, ob eines dieser Verfahren für Ihre Erkrankung geeigneter ist als LASIK.